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Digitale Transformation

Der Begriff der digitalen Transformation beschreibt den Prozess zur Nutzung von digitalen Technologien und Tools in einem Unternehmen um dadurch Angebote und interne Prozesse zu modernisieren. Angestoßen wird dieser Prozess durch die neuen Möglichkeiten und Kundenerwartungen des digitalen Zeitalters. Das zeigt sich in allen Branchen und Bereichen des Lebens:

  • Verlage und Zeitungen versuchen schon seit Jahren sich an die neuen Lesegewohnheiten der Menschen anzupassen und tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln.
  • In der Automobilindustrie ist die digitale Transformation schon im vollen Gange. In Zukunft werden digitale Komponenten und Produkte wahrscheinlich wichtiger sein, als das Auto selber. Schon heute ist relevant, mit welchen mobilen Ökosystemen ein Auto kompatibel ist und wie gut ein Navigationsgerät funktioniert. Zukünftig werden autonom fahrende Autos die Ansprüche der Kunden komplett ändern.
  • Zahnbürsten können schon heute über Apps auf die eigenen Vorlieben eingestellt werden und liefern Rückmeldung über die Qualität des Zähneputzens.
Dies sind nur ein paar Beispiele dafür, wie digitale Zusatzangebote zu ganz klassischen analogen Produkten den Alltag verändern oder bald verändern werden.

Digitale Transformation muss sich nicht ausschließlich auf Produkte beziehen. Sie umfasst auch die Vertriebswege und interne Prozesse. Durch die COVID-19 Pandemie wurde eindrucksvoll gezeigt, dass ein digitaler Vertrieb und Onlineshops sehr wichtig sein können.

Herausforderungen und Chancen der Digitalen Transformation

Für viele Unternehmen stellt es eine Herausforderung dar, dass sie zwar hochwertige Produkte herstellen, aber bisher nur sehr wenig oder gar keine Erfahrung in der Erstellung und Integration von digitalen Angeboten haben. Sie stehen daher unter Druck innerhalb von kurzer Zeit einen komplett neuen Produktzweig erarbeiten zu müssen.

Um langfristig erfolgreich zu sein, ist es wichtig alle Chancen der digitalen Transformation zu nutzen. Auf den ersten Blick geht es darum, seine bestehenden Produkte auch zukünftig attraktiv zu halten und sich von der Konkurrenz abzuheben. Darüber hinaus gibt es aber auch das Potential komplett neue Produkte oder Geschäftsfelder zu entwickeln. Wichtig dabei ist, genau zu wissen wo die eigenen Kernkompetenzen liegen und diese geschickt durch Angebote hervorzuheben.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Versandhändler OTTO. Schon Mitte der 90er Jahre setzte das Unternehmen auf den Online-Handel und schaffte 2018 seinen Katalog ab, da er nur noch von 3% der Kunden genutzt wurde. Das Gegenbeispiel ist der Versandhändler Quelle, der das Online-Geschäft lange Zeit vernachlässigte und 2009 Insolvenz anmelden musste. OTTO kaufte schließlich den Markennamen „Quelle“.

Maßnahmen zur digitalen Transformation

Wenn es darum geht, konkrete Produkte oder Zusatzangebote zu entwickeln, ist es wichtig den Kunden immer in den Fokus zu stellen. Es passiert sehr leicht, dass bei der Digitalen Transformation lediglich die Technologie im Zentrum steht. Sie sollte jedoch nur Mittel zum Zweck sein, um die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen. Die richtige Frage ist nicht „Was können wir mit AI (künstlicher Intelligenz), IoT (Internet of Things) oder AR (Augmented Reality) machen?“. Vielmehr müssen die Fragen lauten „Wie können wir AI, IoT oder AR nutzen, um unsere Produkte individueller und bedarfsgerechter für unsere Kunden zu entwickeln? Was haben wir bisher nicht in Betracht gezogen?“

Die Tatsache, dass viele Unternehmen bei der Infrastruktur für die digitale Transformation auf der grünen Wiese anfangen, ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits kann ohne Rücksicht auf bestehende Systeme geplant werden. Andererseits erscheinen die anstehenden Aufgaben überwältigend. Daher ist es wichtig auf einfache, effiziente und skalierbare Prozesse zu setzen. Außerdem muss in vielen Fällen das Rad für die zugrundeliegende Infrastruktur nicht neu erfunden werden.

Konkrete Maßnahmen zur digitalen Transformation im Unternehmen sind in der Regel diese:

  • Digitalisierung von Prozessen: Abläufe innerhalb eines Unternehmens werden durch die Digitalisierung von Prozessen deutlich beschleunigt und vereinfacht. Dadurch wird Arbeit effizienter und es kann zum Beispiel schneller auf Kundenanfragen regiert werden.
  • Daten sammeln: Durch das Sammeln von Daten können sowohl Produkte als auch Prozesse verbessert werden. Nur wenn belastbare Daten vorliegen können Entscheidungen getroffen werden.
  • Agilität einführen: Agile Arbeitsweisen haben gegenüber klassischen Vorgehensmodellen den Vorteil, dass schneller auf neue Erkenntnisse reagiert werden kann. Dafür werden unter anderem flache Hierarchien und eigenverantwortliche Teams benötigt.

Erfolgsfaktoren der digitalen Transformation

Die digitale Transformation ist eine Mammutaufgabe für jedes Unternehmen. Damit sie auch ein Erfolg wird, gibt es einige Faktoren, die besonders berücksichtigt werden sollten.

Menschen

Am wichtigsten ist es die richtigen Menschen im Unternehmen zu haben. Das bedeutet nicht, dass alle Mitarbeitenden von Anfang an Feuer und Flamme für die digitale Transformation sein müssen. Vielmehr ist es wichtig mindestens einige Mitarbeitende zu haben, die die Chancen erkennen und das Thema mit Herzblut vorantreiben und vorleben. Es ist gar nicht unwahrscheinlich, dass viele Mitarbeitende der digitalen Transformation zunächst skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen. Ängste vor Veränderungen oder gar Jobverlust sind nicht unüblich. Deswegen ist es wichtig die Menschen im Unternehmen abzuholen und durch die Transformation zu begleiten.

Die Mitarbeitenden bei der digitalen Transformation mitzunehmen ist aber auch nur der Anfang. Das Ziel muss es sein in einen offenen und kreativen Austausch zu kommen, um zu neuen Ideen zur optimalen Ausnutzung der vielen neuen digitalen Möglichkeiten zu gelangen und so das volle Potential der Transformation auszunutzen.

Zeit

Wie bereits erwähnt ist die digitale Transformation eines Unternehmens eine große Aufgabe, weil alle Bereiche des Unternehmens von ihr betroffen sind. Deswegen ist ein weiterer Erfolgsfaktor Zeit. Wird den Umstellungen nicht genügend Zeit gegeben, haben oft die Menschen nicht genügend Zeit sich anzupassen. Außerdem müssen auch die neuen Technologien und Prozesse wohl überlegt ausgewählt werden, damit sie auch den Anforderungen entsprechen. Darüber hinaus brauchen auch die Mitarbeitenden Zeit um die neuen Potentiale zu entdecken und zu nutzen.

Daten

Ein weiterer Erfolgsfaktor sind Daten, mit deren Hilfe Entscheidungen getroffen werden können, um in der digitalen Transformation voranzuschreiten. Das bedeutet, dass zunächst einmal Daten erhoben werden müssen um einen Ausgangspunkt zu haben. Anschließend kann anhand von sich ändernden Daten analysiert werden wie erfolgreich Veränderungen waren.

Daten sollten in allen Bereichen des Unternehmens erhoben werden – sowohl über interne Prozesse als auch über die Nutzung von Produkten durch Kunden.

Digitale Transformation vs. Digitalisierung

Oft werden die Begriffe digitale Transformation und Digitalisierung synonym verwendet, genau genommen ist aber die Digitalisierung ein Teil der digitalen Transformation. Digitalisierung beschreibt nämlich die Umstellung von analogen auf digitale Technologien, also zum Beispiel den Umstieg von einer analogen auf eine digitale Telefonanlage. Digitale Transformation ist die grundlegende Veränderung von bestehenden Prozessen und Geschäftsmodellen. Am Beispiel der Telefonanlage bedeutet das, dass die neuen Anforderungen an Arbeitsplätze vorsehen, dass Mitarbeitende auch aus dem Homeoffice über ihre Büro-Telefonnummer erreichbar sind. Das ist mit einer modernen Telefonanlage deutlich einfacher und außerdem bietet diese auch noch viele weitere Möglichkeiten.